12/28/2009

Christmas Adventures

Nachdem wir unsere Leih-Ski in Vancouver abgegeben hatten, haben wir die Capiliano Suspension Bridge besucht. Rund um die 137 Meter lange Hängebrücke war der Park mit Milliarden von Lichtern geschmückt. Es war viel zu hell und bunt, als dass es ein Foto wert gewesen sei.

Die Brücke selbst strahlte auch 70 Meter über dem Talgrund des Capiliano Rivers.

Wie angekündigt wollten wir am 24.12. das Boing Werk in Everett besichtigen. In der Warteschlange vor der US Grenze realisierten wir allerdings, dass wir es nicht rechtszeitig schaffen werden.
Ohne fixe Termine nahmen wir den Rest der Fahrt entspannt in Angriff und machten bei wunderschönen Bergen am Wasser halt, wo sich gerade der Nebel verzog.


Nach einer Runde durch Downtown in Seattle (Stop bei der Mietwagenstation zum Eintragen von Konrad und mir als Fahrer), checkten wir in unserem Hotel am Lake Union ein. Es war mittlerweile schon später Nachmittag und wir machten uns auf die Suche nach einem Liquor Store, wo wir uns mit einem Weinchen für den Heiligabend rüsten wollten. Beim Spazieren hatten wir einen schönen Ausblick auf die erleuchtete Skyline und die etwas abseits stehende Space Needle. Wir fanden zwar keinen Liquor Store aber Buca di Beppo Das ist ein sehr großes italienisches Restaurant in dem wir neben guten Speisen auch unseren Wein bekommen haben.
Zurück im Hotel machten wir unsere kleine aber wirklich sehr schöne Bescherung.

Am ersten Weihnachtsfeiertag schliefen wir aus und machten uns auf den Weg zum Olympia/ic National Forest. Wir hatten uns im Internat den Hurricane Ridge Trail ausgesucht. Dabei hatten wir allerdings nicht beachtet, dass sich dieser auf über 5000 Fuß Hohe befindet und die Zufahrtsstraße dorthin wegen Schnees gesperrt ist.
Wir begnügten uns mit dem Heart of the Hills Trail am Rande des Parks. Hier genossen wir weiße Weihnacht im verschneiten Wald. Am Startpunkt stand ein Schild, dass auf einen 2 Meilen Trail hinwies. „Das sollten wir entspannt bis Einbruch der Dunkelheit schaffen“ dachten wir... Wir machten allerdings immer wieder Pausen  um die mächtigen Baume, die Farne und die Moose bewunderten.




Zudem war der Weg nicht immer oder manchmal gar nicht zu begehen. Einige dem Wind und/oder Schneebruch zum Opfer gefallene Baumriesen erschwerten das Vorwärtskommen. So beispielsweise wenn der Weg mal an einer Vertikalen verlief:

Als der Weg wegen dem Chaos im naturbelassenen Wald fast nicht mehr zu erkennen war und es anfing zu dämmern, machten wir kehrt. Wir gingen zwar zügig, mussten uns aber keine Sorgen machen, da der Mond schien und der Schnee den Wald aufhellte. So genossen wir auch noch neue Facetten des Weges in der Dunkelheit.

Am 26.12., der in den USA kein Feiertag ist, haben wir unsere Boing Werksführung in Everett nachgeholt und die Produktionsstätten von 747, 777 und dem neuen Dreamliner 787 von Nahem gesehen. Auf den Freiflächen standen unter anderem ein Dream Lifter (Transportflieger, der Rumpfteile des 787 aufnimmt) und der erste Dreamliner, der im Kundenauftrag gefertigt wurde.

In Seattle selbst haben wir nachmittags eine Underground Tour gemacht. Wegen Überschwemmungs- und Abwasserproblemen hatte man hier die Straßen um ein Stockwerk erhöht. Nun kann man die alten Fußwege und Raume in den ehemaligen Erdgeschossen der Gebäude auf einer sehr amüsanten Tour besuchten. Diese Tour ist wirklich sehr empfehlenswert!



Nach diesem Sonnenuntergang fuhren wir nach Portland und haben uns vor dem Schlafen noch eine Runde der berühmten lokalen Microbrewery Biere gegönnt.

Heute haben wir nach einem deftigen Dinerfrühstück eine Runde durch die Stadt gedreht. Den Nachmittag haben wir auf der Straße verbracht. In Oakland, Oregon haben wir in einer Kneipe sehr gute Sandwiches zum Abendessen gehabt. Am Ortsrand begrüßten uns die Rehe an der Straße und in der Kneipe saßen die Waldarbeiter beim Feierabendbier. Das war wirklich die bessere Wahl im Vergleich zu Fast Food an einer Raststätte-
Jetzt bin ich in Crescent City, unserem Ausgangspunkt um morgen die Redwoods zu erkunden.

12/24/2009

Skiing


Nachdem die Ostküste letztes Wochenende im Schneechaos versank und wir natürlich genau dann fliegen wollten, waren wir bereits Samstag mittags im Hotel am Flughafen. Wir hatten für 77 Dollar ein Zimmer im Hilton ergattert. Dort haben wir dann den Tag mit Internetsurfen und Baden im Hotelpool verbracht.
Am nächsten morgen um vier Uhr haben wir gesehen, dass unser Flieger von 7:00 Uhr auf 10:00 Uhr verschoben wurde. Da wir nicht wussten, ob wir nun zu regulären Check-In Zeiten einchecken sollten, haben wir uns fünfundzwanzig Minuten „Jingle Bells“ in der Warteschleife der Air Canada-Hotline angehört und dann aufgelegt, weil es uns zu teuer wurde. Wir sind dann zum Terminal und das war auch gut so, denn wir standen zweieinhalb Stunden in der Check-In-Schlange.
Kurz nach zehn saßen wir im Flieger, aber es ging noch lange nicht los. Irgendwann deutlich nach elf sind wir gestartet. Genau weiß ich es aber nicht, weil ich den Start verschlafen habe.
In Vancouver angekommen sind wir mit kurzem Zwischenstop in der Innenstadt zu unserem Hotel gefahren. Nachts um vier kam auch Lydia an, unsere Chauffeurin ;-) Sie brachte „Big Joe“ unseren Mietwagen aus Seattle mit:

Da man nur in den USA weitere Fahrer eintragen lassen kann, hat sie uns die Tage zum Seabus und zu den Skigebieten chauffiert.
Der Seabus brachte uns am Montag nach Downtown. Dort haben wir uns ein wenig umgesehen, in Chinatown zu Mittag gegessen und den Stanley Park erkundet. Man merkt, dass man sich hier auf die olympischen Winterspiele vorbereitet. Das Verkehrsystem ist auf dem neusten Stand, überall gibt es Vancouver 2010-Artikel zu erwerben, es werden noch letzte Bauarbeiten erledigt und die Hausfassaden sind geschmückt:

Gestern ging es zweimal auf den Grouse Mountain zum Skifahren. Einmal tagsüber und einmal nach dem Abendessen bis zehn Uhr mit Flutlicht. Heute haben wir uns in aller Frühe auf den Weg gemacht und sind entland der Pazifikküste mit Blick auf Victoria Island nach Whistler gefahren. Dort haben wir nonstop die Pisten unsicher gemacht bis um drei keine Lifte mehr fuhren.

Morgen früh geht es in unser Weihnachtsdomizil in Seattle. Auf dem Weg dahin machen wir eine Tour im Boing Werk.

PS: Mit unseren Autos in Long Beach sind Konrad und ich in der Summe 7555 Meilen gefahren. Mal sehen was wir jetzt an der Westküste abfahren, bevor an der Uni eher seltener ein Auto bewegt wird.

12/18/2009

Suitcases are packed!

Heute habe ich ein letztes mal für mein Praktikum den Stift niedergelegt. Mit abgezeichnetem Bericht, der gerade wenig genug sagt, um keine Firmengeheimnisse zu verraten, und lang genug ist, um die gewünschten drei Seiten der Purdue University zu erfüllen, geht es jetzt weiter zum Studium. Da das US-Semester erst in der zweiten Januarwoche beginnt, wird noch ein kleiner Umweg über die Westküste gemacht, bevor es dann wirklich nach West Lafayette geht...

Weil für morgen nachmittag und die Nacht ein Blizzard (Schneesturm) angekündigt ist, fahren wir schon etwas früher als ursprünglich geplant zum Flughafen und werden dort übernachten. Dann sind wir schon mal vor Ort und werden sehen ob oder wann unser für sieben Uhr geplanter Flieger Richtung Vancouver startet. Wir fliegen mit Air Canada. Die sollten ja Erfahrung mit Schnee haben ;-)

Da ich nicht genau weiß wann, wo und wie lange ich unterwegs Internet haben werde, nutze ich einfach jetzt die Gelegenheit und wünsche euch allen sicherheitshalber schon einmal

Frohe Weihnachten und einen guten Start in das Jahr 2010!!!

Ein letztes mal viele Grüße von Long Island
Georg

12/15/2009

Last Weekend in NY

Dieses Wochenende war sehr entspannt. Am Samstag habe ich mich mal wieder vom Friseur scheren lassen. Anschließend habe ich spontan bei Yasemin gesessen und mit ihr geplaudert.
Nachmittags ging es nach Manhattan. Dort trafen wir Laura und halfen ihr die Zeit zu vertreiben bis ihre Mitreisenden ankamen. Wir besuchten die USS Intrepid, einen Flugzeugträger der US Navy, der ein Museum über die Luft- und auch ein bisschen Raumfahrt beherbergt. Nebenbei gab es noch ein U-Boot und eine Concorde zu besichtigen.

Da Museen in den USA ja alle so schrecklich früh schließen und wir noch Zeit zu vernichten hatten, waren wir im Kino.
Anschließend gab es dann Abendessen mit Jetlaggern: zweimal gefühlte deutsche Zeit (tiefe Nacht) und einmal gefühlte Westküstenzeit (jetzt schon Abendessen!?).
Am Sonntag begleiteten wir wieder Miri, Laura und ihre Freunde in Manhattan. Da es allerdings schüttete, zeigten wir nur ein bisschen die Fifth Avenue und das Rockefeller Center. Den Rest des Tages verbrachten wir im Museum of Modern Art.
Mit neuen Aufgaben bin ich in die letzte Woche meines Praktikums gestartet. Da Sulzer Metco die Firma OSU Maschinenbau geschluckt hat, gibt es dort jetzt jede Menge Produktionszeichnungen mit deutschen Kommentaren, die ich jetzt übersetze.

PS: Von den letzten paar Manhattan Besuchen habe ich ein paar Bilder dem Manhattan-Album hinzugefügt.

12/10/2009

Statue of Liberty

Vom Battery Park auf der Südspitze Manhattans fahren die Fähren zur Statue of Liberty ab. Es gibt jedoch verschiedene Tickets und wenn man wie wir die Edelvariante "crown ticket" haben möchte muss man gut vorausplanen. Bereits im September haben wir auf der entsprechenden Website nachgeschaut und mit Erstaunen feststellen müssen, dass es noch drei verfügbare Termine im Jahr 2009 gab. Der 9. Dezember war einer davon und damit stand der erste beantragte Urlaubstag fest.
Als wir uns gestern in Long Beach auf den Weg machten spielte das Wetter noch nicht mit. Wegen des Dauerregens stand die Straße vor unserer Tür sowie das Parkdeck, das wir uns ausgesucht hatten, unter Wasser. Gut das wir wasserdichte Winterstiefel haben…
Es hörte zum Glück auf zu Regnen als wir auf dem Weg nach Manhattan waren.
Als erstes machten wir uns auf den Weg in die Krone der Statue of Liberty. Auf dem Weg dorthin muss man übrigens mehr Sicherheitskontrollen durchlaufen als bei einem Transatlantikflug! Erst eine Metalldetektorschranken- + Taschendurchleuchtungsstation in Manhattan, bevor es auf die Fähre geht. Dann eine Ausweiskontrolle, wo man das exklusive Armband für "Crownies", wie ein paar Ranger die Inhaber eines „crown tickets“ nannten, erhielt. Nachdem man den National Park Service mit der Gebühr für einen Spind bereichert hatte, weil man keine Rucksäcke und Taschen auf das Gelände nehmen darf, folgten eine Sprengstoffdetektorstation und eine weitere Metalldetektorschranken- + Taschendurchleuchtungsstation.
Nachdem man noch ein paar mal nach dem Armband gefragt hatte, konnten wir uns an die nach oben immer enger werdenden Treppen der Freiheitsstatur machen. Oben angekommen guckten wir durch die Kronenfenster auf den Upper Bay.
Hier seht ihr eine Kronenzacke und ein bisschen von dem Arm, der die Fackel hält:


Die Plattform im Kopf der Statur bietet Platz für ca. fünf bis achte Leute und den Ranger, der gerne auf Nachfrage sein Wissen über die grüne Dame mit Fackel und Tafel preisgibt.

Von der Plattform unter den Füßen der knapp 47 Meter hohen Figur konnten wir beobachten wie die Wolkenkratzer von Downtown Manhattan aus den Wolken auftauchten.

In der anderen Richtung zeigte sich die Verrazano-Narrows Bridge noch im Nebel. Sie ist übrigens die größte Hängebrücke der USA vor der Golden Gate Bridge in San Francisco, die ich mir demnächst mal anschauen werde.


Wieder ganz unten angekommen hatten wir mittlerweile auch einen freundlicheren Himmel, der sich als Fotohintergrund eignet.


Mit im Ticketpreis enthalten ist das Museum auf Ellis Island über die Einwanderung in die USA, die viele Jahre auf dieser Insel abgewickelt wurde. Hier seht ihr die Haupthalle in der die Registrierung von neuen Ankömmlingen ablief:

Mit einer weiteren Fährenfahrt ging es dann wieder zum Battery Park und anschließend zu Fuß nach Chinatown zum Abendessen.

PS: Wer es noch nicht herausgefunden hat: Durch Anklicken, kann man die Bilder vergrößern. Besonders bei den Nebelbildern sieht man dann deutlich mehr.

12/08/2009

Another Great City

Wenn man sich die nördliche Atlantikküste der USA auf der Karte anschaut und die großen Städte betrachtet, sieht man dass wir bereits die meisten Städte bereist haben. Bislang fehlte jedoch noch Bosten. Diesen Posten auf unserer Reiseliste haben wir am vergangenen Wochenende abgehakt.
„At lunch time“ ging es bei der Firma am Freitag los. Mit einem kleinen Zwischenstop an der Endstation der Metrolinie 6, wohin wir Laura bestellt hatten, ging es auf den I-95 nach Norden. In Groton war der nächste Halt geplant. Hier liegt die USS Nautilus, das erste Atom-U-Boot. Da das Schiff bereits um zehn vor vier geschlossen wurde, ging es im zehn Minuten Schnelldurchgang durch die engen Räumlichkeiten des Stahlrumpfes. Es sah eigentlich aus wie andere U-Boote aus und vom Atomantrieb wurde nichts gezeigt. Von Tim Hortons gestärkt ging es dann weiter nach Boston. Nach dem Abendessen nahmen wir an einer „Pub Crawl“ teil, die vom Hostel angeboten wurde. Hier traf ich einen Finnen, der in der gleichen Klasse wie mein Austauschschüler aus Finnland war und jetzt an der gleichen Uni studiert. Die Welt ist schon verdammt klein! Später viel ich noch einer der kontaktfreudigen amerikanischen Mädels im Club zum „Opfer“.
Am nächsten morgen nahmen wir an einer inoffiziellen Harvard Campusführung teil und lernten einige Geschichten über den Campus und seine Studenten.

Für den Nachmittag haben wir uns den Freedom Trail vorgenommen gehabt und trotz Dauerregen durchgezogen. Entlang einer roten Linie in der Stadt sind die Sehenswürdigkeiten zu großen Teilen der amerikanischen Geschichte, die in Boston geschrieben wurden, zu finden. Wegen des ungemütlichen Wetters entstanden auch kaum Fotos. Das erste mal fühlte es sich richtig winterlich an und auf Heimweg von der USS Constitution, dem Ende des Trails, ging der Regen in Schnee über.
Abends konnte ich meinen ersten Schneeball für diesen Winter werfen. Leider fanden meine Mitmenschen nicht so viel Gefallen an dem frischen Weiß, sodass ein Schneeballeffekt zur Schneeballschlacht ausblieb.
Sonntags besuchten wir das MIT Museum, nachdem wir uns mit einem ordentlichen Diner-Frühstück gestärkt hatten.
Auf dem Rückweg gen Süden fuhren wir bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein durch das verschneite Massachusetts.
Erneut kurz vor Museumschluss kamen wir am Mystic Seaport an. Hier gibt es einen kleinen historischen Hafen zu besichtigen. In den Häuschen aus dem 19. Jahrhundert spielen Rollenspieler das Leben der Vergangenheit. Leider waren diese kurz vor dem Schließen des Museums bereits fast alle abgezogen.



Auf dem Weg zum Port Authority Bus Terminal in Manhattan, wo wir Laura auf die weitere Heimreise schickten, fuhren wir noch am Rockefeller Center vorbei, um den berühmten Weihnachtsbaum zu sehen. Ich war jedoch wirklich ein bisschen entsetzt, weil er mit bunten Lichtern geschmückt ist und daher meiner Meinung nach nicht gerade schön ist. Wie man von den privaten Dekorationen an den Wohnhäusern ableiten kann, sehen das viele Amerikaner offenbar anders.

Dieser Wochenendsausflug war die letzte größere Fahrt während des Praktikums. Ab jetzt wird unser Mietwagen mit uns nur noch auf Long Island unterwegs sein.

12/03/2009

There is a lot to tell!

Ja ich habe wirklich viel zu erzählen seit meinem letzten Eintrag am Vormittag des Black Friday.
An eben jenem Freitag waren wir noch im Fitness Studio zum Body Pump. Das war Ganzkörpertraining unter Anweisung einer Trainerin. Das ist nicht nur für die Muskeln anstrengend, sondern auch für den Kopf, wenn man die ganze Zeit zu hören und zu gucken muss, damit man sich bei den schnellen Übungs- und Tempowechseln nicht abhängen lässt. Den Rest des Nachmittags haben wir relaxt und den Film „national treasure“ angeschaut. Das war besonders interessant, weil wir einige der Schauplätze am Sonntag und Montag noch besucht haben.
Am Abend haben wir von Flemington, NJ nach Allentown, PA umgesiedelt und auf dem Weg Lydia am Flughafen abgeholt. Bei Laura angekommen, spielten wir mit dem Gedanken ein Weinchen für den Abend zu besorgen. Leider gab es im Walmart keinen, weil es in Pennsylvania nur sehr wenige und schwer zu erhaltene Alkohollizenzen für Läden und Restaurants gibt. Andere Läden hatten bereits geschlossen. Das hat uns aber noch lange nicht den Abend versaut...

Bei herrlichstem Sonnenschein waren wir vier am Samstag auf dem Appalachian Trail unterwegs. Dort ging es entlang eines Bergrückens mit vielen Felspartien und toller Aussicht.

 
 
 
Später haben wir uns Bethlehem angeschaut. Dieses Örtchen ist sehr deutsch geprägt. Es war bereits weihnachtlich-winterlich geschmückt und wir haben uns auf dem „Christkindlemarkt“ umgeschaut. Ja er trägt genau diesen Namen... Die hier sehr stark umworbenen Artikel „Made in Germany“ wie Holzgrippen aus dem Erzgebirge waren allerdings etwas überteuert.
Nachdem wir deutsche wie amerikanische Weihnachtskunst gesehen hatten und den obligatorischen Food Court der Amis links liegen gelassen haben, guckten wir uns noch an wie ein Mann extrem kurzlebige Kunst aus Eis schuf. Hier sägt er gerade einen Engel:

Am Sonntag, dem ersten Advent, hatten wir sogar einen Adventskranz auf dem Tisch. Nach dem Frühstück fuhren wir nach Philadelphia. Dort schlenderten wir zunächst durch eine Markthalle, in der an kleinen Ständen alle erdenklichen Speisen und Nahrungsmittel extrem frisch und teilweise noch lebendig angeboten wurden.
Im Anschluss haben wir die „Independence Hall“ und die „Liberty Bell“ besichtigt. Beides sind recht bedeutsame Elemente der noch jungen amerikanischen Geschichte.

In der Independence Hall wurde die „Declaration of Independence“ entworfen. Die „Liberty Bell“ wurde zur ersten Verkündung der „Declaration of Independence“ geläutet und ist seitdem Zeichen für Freiheit und Gerechtigkeit.
Nachdem wir Lydia die Shoppingwelt der Ostküste (Sie ist von West Lafayette nichts gewöhnt) in einer leicht überdimensionierten Mall gezeigt haben und sie sich für unsere Ski- und Snowboardeinlage in den Weihnachtsferien ausgerüstet hatte, haben wir Laura in Allentown abgeliefert und sind nach New York gefahren.

Wir sind direkt nach Manhattan gefahren und haben sogar einen Parkplatz in Laufreichweite von Times Square und Empire State Building gefunden. (Neun Dollar am Parkscheinautomat in Münzen) Den Times Square muss man ja bei Nacht angucken! Und nachts auf das Empire State Building zu gehen war auch eine super Idee, weil wir keine Sekunde in einer Warteschlange standen und weil die Aussicht über das Lichtermeer sehr beeindruckend ist. (Gute) Photos zu machen, war selbst mit einem Stativ nicht möglich, da dort oben sehr starker Wind war. Ich glaube die Schwingung des Gebäudes waren für eine angemessene Nachtbelichtungszeit bereits zu viel. Dafür kann ich dieses Bild des Eingangsbereiches in Weihnachtsdeko bieten:

Auf dem Weg zu unserem Häuschen in Long Beach raubte uns gegen zwei Uhr ein Polizist wertvolle Zeit, die wir lieber mit Schlafen verbracht hätten. Ich erzähle dazu am Ende mehr, aber nun bringe ich erst mal den Sightseeingteil zu Ende.
Nach knappen vier Stunden Schlaf, machten wir uns im vollbesetzten Rush-Hour-Zug auf den Weg nach Manhattan, um Lydia noch die wichtigsten Dinge zu zeigen, bevor ihr Flieger gehen sollte. Auf unserer Powerrunde bei Regenwetter haben wir immerhin die folgenden Orte besucht: Wall Street - Trinity Church - Battery Park mit Blick auf die Statue of Liberty - Ground Zero - Grand Central Station - Rockefeller Center - Fifth Avenue - Central Park und noch mal Times Square. Wir waren hier im Toys"R"Us die Lego Modelle von Empire State Building mit King Kong, Chrysler Building und Statue of Liberty angucken.
Mit wenigen Minuten bis zur planmäßigen Abfahrt des Flughafenshuttles stürmten wir ins Port Authorithy Bus Terminal. Leider half die Wegbeschreibung des Busunternehmens aus dem Internet nicht bei der Suche des Schalters. Ein sehr netter Mann, den wir gefragt hatten, begleitete uns noch zum Bus und wir konnten Lydia quasi in den schließenden Türen des Busses verabschieden. Unseren Teil zum Erreichen des Fliegers hatten wir damit erledigt und haben uns noch eine Weile mit dem Mann unterhalten, der uns den Bus gezeigt hatte. Warum Lydia den Flieger dennoch verpasst hat, darf sie selbst erzählen...
Nachdem wir mit dem Mann unsere "Lebensgeschichten" ausgetauscht und einige Tipps für die Westküstentour erhalten hatten, meinte er, dass er noch vier Punkte für uns drei hätte:

1. You are young
2. You are intelligent
3. You have a good appearance
4. You are healthy

Als Schlussfolgerung dieser Punkte gab er uns auf den Weg " You can take risks. With these four points you are able to change plans, if they don't work." Er meinte dass er es mittlerweile nicht mehr kann. Dabei war er für seine 68 Jahre sehr fit, wie er mit uns zum Bus gehechtet ist.

Im Anschluss wollten Konrad und ich einen Flugzeugträger besuchen, der als Museum am Hudson River liegt. Er hat jedoch leider in den Wintermonaten an Montagen geschlossen. Nachdem wir mit einem kleinen Telefonat geklärt hatten, dass es geöffnet ist, waren wir im American Museum of Natural History. Es sieht übrigens total anders aus als im Film "Nachts im Museum" und der T Rex stand im vierten Stock zwischen vielen anderen Dinosauriern.


Anschließend fuhren wir nach Hause und relaxten. Wenn ein Wochenende so schön und ereignisreich ist, dann ist es leider meistens auch anstrengend...

Nun zu der Story mit der Polizei:
Als ich also nachts aus Manhattan kam, fuhr ich über die Brooklyn Bridge, da Lydia sie noch sehen wollte. Trotz wecken hat sie sie dennoch verschlafen.
In Brooklyn war ich dann auf der Suche nach dem richtigen Weg und war mir sicher nichts falsches gemacht zu haben, als die Lichtshow eines Polizeiwagen hinter mir losging. Die Polizisten behaupteten, dass ich eine rote Ampel überfahren habe. Man bat mich aus dem Auto, um einen Alkoholtest zu machen. Das war der entspannteste Teil meines Aufenthaltes auf dem Seitenstreifen. Ich habe ihm alle Unterlagen gegeben, die er sehen wollte. Zum Führerschein habe ich ihm noch mehrfach angeboten meinen internationalen Führerschein aus dem Auto zu holen, aber er hat abgelehnt.
Er schickte mich dann zurück ins Auto und nach längerem Warten erschien er am Fenster:
1. Ticket für Rotlicht: 270 Dollar
2. Ticket für Fahren ohne Führerschein: 120 Dollar
3. Keine Chance zum erklären

Nachdem ich die Tickets erst mal einen Tag verdrängt habe, habe ich Montag abends noch mal die Website des New York State Department of Motor Vehicles besucht und schwarz auf weiß gefunden, dass ich mit meinem deutschen Führerschein fahren darf. Immerhin hat man mir mit diesem ja auch ein Auto vermietet.

Um das gute Recht einzufordern, kann man die Tickets per Post beantworten und soll dann einen Gerichtstermin mitgeteilt bekommen. Dabei gibt es jedoch das Problem, dass dies meist recht lange dauert und ich in zwei Wochen den Staat verlasse.
Auf der Arbeit hörte ich, dass man auch einfach in einem dieser Traffic Violations Bureaus vorbeigehen kann und dann nach unbekannter Wartezeit einen Richter sprechen könnte. Mit eben diesem Plan, meinen Unterlagen und einem Ausdruck der NYSDMV-Website bewaffnet zog ich am Mittwoch morgen nach Manhattan.
Eine sehr nette Dame am Schalter begutachtete meine deutschen Unterlagen und rat mir auch das Rotlicht anzufechten, da ich damit erst mal Zeit gewinnen würde und es vielleicht klappt. Sie meinte es gäbe nämlich noch drei Punkte für das Rotlicht in meinen New York State records, was jedoch nicht auf dem Ticket stand. Dafür gab es einen Termin im Januar, weil der Polizist auch kommen muss. Da kann ich natürlich nicht kommen, aber ich kann schriftlich Stellung nehmen. Dann wird in meiner Abwesenheit verhandelt. Für die Führerscheinsache sollte ich wirklich einen Richter noch am gleichen Tag sehen. "Statewide network problems" verzögerten dies jedoch. Als die Computer wieder klappen wurde ich dann in einen Anhörungsraum gebeten. Hier waren mit mir noch zirka 20 andere Verkehrssünder. Als der Richter loslegte ging alles ziemlich schnell, die fünf oder sechs vor mir hatte er in weniger als fünf Minuten nach Hause geschickt. Keiner hat recht bekommen, einer ging ohne Führerschein. Ich konnte ihm noch nicht einmal alle Fakten erzählen, da meinte er nur "There is too much going on to look at this now". Ihm war das mit deutschem und internationalem Führerschein offenbar zu kompliziert für diese "Blitzverhandlung" und er verabschiedete mich mit einem Januartermin für eine "richtige" Verhandlung. Da muss dann auch die schriftliche Stellungnahme herhalten. Mal sehen was daraus wird.

Hier ist nun ein kleiner Schnitt in der Story, weil ich bereits gestern angefangen habe diesen Eintrag zu schreiben und sich in der Zwischenzeit meine Meinung zum Anfechten der Tickets geändert hat: Da sich das mit dem Anerkennen des deutschen Führerscheins nicht als allzu einfach erwies, rief ich heute beim deutschen Generalkonsulat in New York an und wollte mich erkundigen, ob sie Erfahrung mit ähnlichen Fällen haben. Die Dame an der Telefonzentrale fragte mich noch allgemeine Dinge, wie zum Beispiel ob ein internationaler Führerschein vorhanden sei. Genaueres wusste sie auch nicht und gab mir die Durchwahl eines Mitarbeiters der besser Bescheid wissen sollte. Dieser gab mir nur einen Rat: „Mach es wie die Spieler – zahle und lächele“ Er meinte, dass das Anfechten nur zuviel Stress sei und wenig Aussicht auf Erfolg habe. Als ich dann erzählte, dass ich auch noch in zwei Wochen aus dem Staat und Land gehe, bekräftigte das seine Meinung, weil es in der Vergangenheit bereits Probleme mit der Wiedereinreise bei offenen Fällen gegeben hat. Da ich meinen Winterurlaub und das Studium im Frühjahr nicht gefährden möchte, ging es dann nach dem Motto „Experience is not for free“ oder „Learn it the hard way“.
Wenigstens macht einem das NYSDMV mit einem Onlinesystem einfach vorherige „not guilty pleas“ in „guilty pleas“ umzuwandeln und mit Kreditkarte in Sekundenschnelle zu zahlen.
Es ist schon irgendwie komisch etwas anzuerkennen, dass einem Richterschuldspruch gleich kommt, wenn man weiß, dass das ganze zu Unrecht geschieht.

11/27/2009

Thanksgiving

Ich sitze hier am Black Friday, dem Tag nach Thanksgiving, und verdaue noch den gestrigen Abend. Mit dem Essen begannen wir eigentlich schon mittags, aber zunächst wurde in Flemington, NJ gelaufen. Wir sind hier zu Gast bei Konrads Verwandten.
Hier gab es den 5K Turkey Trot. Ein Volkslauf mit Fundraising für eine non-profit Organisation, die Behinderten und sozial schlechter gestellten Hilfe bei der Berufsausbildung bietet.
Wir platzierten uns im Starterfeld unter über 3500 Läuferinnen und Läufern. Mit Mona, Konrads Kusine, sortierte ich mich dort ein, wo man sich aufstellen sollte, wenn man einen 6min-Meilenschnitt laufen wollte (etwas über 18:00min Endzeit) Aber das wollten wir ja eigentlich gar nicht. Mein persönliches Ziel war Mona, die fast täglich joggt, zu schlagen und 21min als Endzeit anzupeilen.
Nach dem Startschuss musste man sich erst mal mit den Phänomenen eines Staus auseinandersetzen: Losrennen – zu nah beim Vordermann – langsamer machen – totaler Stillstand – von hinten in die Hacken getreten bekommen – usw. Ich glaube vor der Startlinie musste ich mindestens fünfmal anhalten und selbst danach noch dreimal bis die Masse ein bisschen mehr Dynamik entwickelt hatte. Da die Startaufstellung nach Zielzeiten bei der Menge an Teilnehmern natürlich nicht funktioniert, ging es erst mal mit ca. einem Kilometer „obstacle run“ los - bis man deutlich langsame Läufer im Slalom umlaufen hatte und genug Raum für ein eigenes Tempo hatte. Den Rest lief ich dann mein Tempo bei strahlendem Sonnenschein unter den Anfeuerungsrufen von Menschen, die am Straßenrand standen. Dazu könnt ihr auch hier ein wunderschönes Foto von mir begutachten.
Im Ziel habe ich meine eigenen Vorhaben erfüllt und bin vor Mona mit 20:40min über die Linie.

Hier noch ein paar Fakten:
Gesamtwertung 129 von >3500
Unter Männern 117 von 1901
In der 20-24 Jahre männlich Klasse 19 von 144
Durchschnittspuls 197
Maximalpuls 208

Nach ein bisschen Auslaufen und Heimfahren ging dann das Gelage los: Die ersten Biere wurden geöffnet und der Hunger mit Sandwichs, Bagels etc gestillt. Aber damit nicht genug! Denn anschließend stand immer irgendein Fingerfood oder Knabberzeug auf dem Tisch zur Vernichtung bereit. Als eine befreundete Familie gegen halb fünf zu Besuch kam starteten wir erst mal mit einem Tisch voll mit Käse, Wurst, Pastete, Shrimps, Kräckern, selbst gebackenen Brötchen, Dips und vielem mehr in eine erste intensivere Runde der Nahrungsaufnahme. Nach kurzer Pause wurde dann unser 26 Pfund Truthahn nach acht Stunden aus dem Ofen gezogen. Unser Buffettisch wurde umgeräumt und zum Truthahn gab es dann Spätzle, Kartoffelpüree, Kürbis, anderes Gemüse, Soße und was weiß ich nicht mehr alles, was den gesamten Tisch füllte. Davon wurde der Teller dann das ein oder andere mal gefüllt. Nach einer gewissen Verdauungspause folgte dann der Nachtisch aus Pfirsichauflauf, Schokopudding, Brownies, Cup-Cakes, Eis, Sahne...
Bis auf ein paar Bier mehr war dann aber auch genug im Bauch.

Jetzt sitze ich hier und warte bis Platz für Frühstück ist ;-)

11/22/2009

Atlantic City

Nach einem weiteren tollen Wochenende melde ich mich direkt schon wieder!
Wir waren im „Süden“: Atlantik City, NJ, das ist breitengradtechnisch vergleichbar mit Sardiniens Hauptstadt Cagliari.
Atlantic City, oder auch meistens kurz AC, ist in der Region für seine Casinos bekannt. Hier ist das Glückspiel erlaubt, es gibt einen großen Bordwalk, an dem die Casinos liegen, und Shoppingmöglichkeiten dürfen hier auch nicht fehlen, da es in New Jersey keine Steuern auf Textilien gibt.
Als wir mit dem Bus im Tropicana Casino ankamen, wurden Konrad und ich mit den von der Busagentur angepriesenen Casino Boni versorgt. Es gab einen 10$ Gutschein für das Buffet und eine „Tropicana Diamond Card“ mit einem Guthaben von 25$ für die slot machines. Dann warteten wir auf Laura am Motel, die mit dem Auto kam. Laura und Konrad checkten ein während ich mich bedeckt hielt und unser Domizil ablichtete:


Wir hatten ja nicht langweilig einfach so gebucht. Nein wir haben ein bisschen Abenteuer mitbestellt und dafür 60$ gespart. Wir planten zu dritt das „king size bed“ zu nutzen und damit nur einen Raum zu zahlen. Wenn wir also ins Motel gingen, dann taten wir das ein wenig zeitverzögert, um beim Typ am Check-In nicht aufzufallen, der beim einchecken erstmal darauf hingewiesen hatte, dass man keinen Besuch mitbringen dürfe.

Zunächst zogen wir dann aber los den Strand und Bordwalk zu erkunden. Entlang des hölzernen Weges werden einem vor allem Ramsch und ominöse Dienstleistungen angeboten. Es gibt Schmuck, billig Klamotten, Fresswaren, Souvenirs, psychic readings und nicht zu letzt die Männer, die einen in ihren Wägelchen den Weg entlang schieben wollen. Wir gingen so weit, dass dieser Rummel bereits aufhörte. Hier zeigte sich dann die Stadt von der schönsten Seite:

 
 

Ja dieses Haus war bewohnt! Ich glaube sogar mit deutlich mehr Menschen als es Fenster gibt.


Auch in der belebten Gegend zeigte sich AC nicht besonders schön. Zum einen ist die Stadt ein wenig planlos verbaut und an Fassaden und Strandanlagen waren Schäden der Stürme von vor zwei Wochen zu sehen. Allgemein schien es, dass diese Stadt ihre besten Jahre bereits hinter sich hatte. Es fehlte ein bisschen der Glanz und die Goldbeschichtungen an den Fassaden bröckelten.
Da wir bereits einige Zeit gelaufen waren gingen wir ins Taj Mahal Casino und beobachteten die Leute an den Spielautomaten und Tischen. Wir stellten auch fest, dass wir an den Tischspielen wegen Mindesteinsätzen von 10$, die zum Abend hin steigen sollten, lieber nicht teilnehmen werden. Es wäre auch ziemlich komisch mit einem Chip beim Roulette, Black Jack, Poker oder sonstigem Spiel einzusteigen.
Später gingen wir in die „The Pier Shops At Caesars“. Das war ein krasser Gegensatz zu den Gauklern auf dem Bordwalk, nämlich eine gut gepflegte Mall. Von einer Terrasse des Piers bot sich die Stadt dann doch noch recht fotogen.

Nach einer Umziehpause im Motel ging es dann ins Tropicana Casino. Mit Hemd und Stoffhose war man zwar schon overdressed, denn in so einem Casino findet man unglaublich viele „kaputte“ Leute. So zum Beispiel sehr viele alte Leute, die scheinbar das ausreichende Geld haben und nicht wissen was sie damit tun sollen. Dann gibt es Leute, bei denen man glaubt, dass sie bald von dannen gehen werden und jetzt noch mal ihr Glück versuchen. Und dann gibt es hier noch die junge Generation, die sich eher herausgeputzt hat und in größeren Gruppen irgendetwas zu feiern zu haben scheint. Und es gibt einfach noch so Leute die schon total der Spielsucht verfallen sind und an einem Lanyard die Karten aller Casinos der Stadt von Automat zu Automat schleppen oder einfach im Halbkoma vor einem Automaten vergammeln.
Wir frönten dann erst mal dem Buffet, das trotz Gutschein noch zehn Dollar kostete. Aber wir genossen auch die Ruhe und die Sitzgelegenheit im Essbereich, um uns einfach nur zu unterhalten.
Gut genährt zogen wir dann los, um die 50 Bonus-Dollar, die man sich nicht auszahlen lassen kann in möglichst viel auszahlbares Gewinngeld umzuwandeln. Die ersten zehn Dollar waren allerdings dann an Automaten mit zu hohem Mindesteinsatz schnell dahin. Als wir jedoch die slot machines mit einem Cent Einsatz gefunden haben, begannen wir Gewinn Coupons zwischen 2 Cent und 2,44 Dollar zu drucken. Wir sammelten uns einen ziemlich dicken Stapel zusammen, denn damit wir nicht unseren Gewinn verspielen konnten, druckten wir immer direkt den Coupon, sobald wir etwas gewonnen hatten.
Ein erster Test an der Auszahlstation hatte ergeben, dass ein eingegebener Coupon direkt ausgezahlt wird. Das wäre bei unseren Cent-Beträgen in einem Münzhaufen geendet. Wir beschlossen erst mal weiter Coupons zu sammeln und vielleicht später an einem Schalter alles in einen Betrag aufsummieren zu lassen.
Damit die Leute ihr gewonnenes Geld auch direkt wieder verspielen können, kann man das Guthaben auf den Automaten auch mit den Coupons aufstocken. Das war die Lösung unseres Münzproblems. Wir zahlten die Kleinbeträge ein, aber spielten dann nicht, sondern druckten uns am Ende einen finalen Gewinn. Nach gut vier Stunden und unglaublich viel Spaß mit Geld an dem wir ja nur gewinnen konnten, erhielten wir knappe dreißig Dollar und konnten uns zwei Pitcher Bier gönnen.

Auch nach drei Uhr saß noch der gleiche Typ an der Motelkasse. Aber er schöpfte offenbar keinen Verdacht als wir in zwei Schichten eintrudelten.
Ein „king size bed“ eignet sich übrigens problemlos für drei Personen. Wir empfehlen jedoch mehr als zwei Kissen, weil man sonst nicht die gesamte Liegefläche ausnutzt.
Nach dem auschecken aus dem Motel ging es zu den Outlet Shops der Stadt. Hier fanden wir ein Café das „breakfast crèpes“ verkaufte. Und dort vielen wir wieder als Europäer auf, weil wir nicht sofort nach dem letzten Bissen das Lokal verließen. Nein man kann auch den Kaffee noch genießen und sich unterhalten...
Nach einer Shoppingrunde gingen wir noch mal an der Pier und genossen das sonnige Wetter auf der Terrasse.


Es ist kaum zu glauben, dass es Ende November ist und nächstes Wochenende schon der erste Advent vor der Tür steht. Für nächstes Wochenende ist der Terminplan übrigens auch schon ausgereizt. Am Donnerstag ist Thanksgiving und wir werden die freien Tage in New Jersey und Pennsylvania verbringen... Davon gibt es dann sicher auch wieder viel zu erzählen.

11/17/2009

Update: The last few days

Es ist mittlerweile Dienstagabend und ich möchte noch von letzter Woche und dem Wochenende erzählen! Das mache ich erst jetzt, weil ich mich die letzten zwei Tage etwas intensiver mit der Frage nach einer Bleibe während meiner Zeit an der Purdue University im Frühjahr beschäftigt habe. Nun warte ich auf Bilder und Bericht einer Wohnungsbesichtigung, die Lydia netter Weise für mich vor Ort machen wird. Ich habe derzeit drei Wohnungen zur Auswahl und denke, dass ich mich für eine dieser entscheiden werde.

Am vergangenen Donnerstag waren wir mit Yasemin im Wales Tale. Dort haben wir zwar keine Flosse eines Wals aber sehr leckeren Lobster (ich finde das deutsche Hummer klingt blöd) gegessen. Yasemin hat erfreulicher Weise nicht das Angebot uns zum Flughafen zu fahren revidiert, als wir ihr offenbart haben, dass wir morgens um sieben abfliegen.

Während wir auf der Arbeit waren haben wir am Freitag einen Anruf der Autovermietung erhalten, dass diese unser Auto verkaufen. Noch am gleichen Vormittag haben wir auf dem Parkplatz der Firma unseren silbernen Prius II gegen das neuere Modell Prius III in schwarz eingetauscht:

Der Aufmerksame Beobachter wird sich jetzt fragen, ob unser Prius nicht grün war. Richtig! Aber dessen Schlüsselfernbedienung hatte vor zwei Wochen aufgegeben. Mit den zwei Prius II, einem Chevy HHR (einen Tag zum Reifen wechseln am Prius) und einem Ford Focus (zwei Tage als der Prius zur Inspektion war) haben wir übrigens schon 5250 Meilen zurückgelegt. Wenn die Luftline über den Atlantik befahrbar wäre, hätte ich damit locker nach Hause fahren könnnen ;-)

Am Samstag war es recht regnerisch und wir haben den Tag etwas ruhiger angehen lassen. Nachmittags haben wir eines der Mansions auf Long Island besucht. Diese großen Häuser mit Anwesen mussten bei der Einführung von Steuern an das Land abgetreten werden, da sonst die Steuern für die Eigentümer nicht bezahlbar waren. Heute beherbergen sie meist Museen und haben tolle Gärten im englischen Stil.
Wir waren im Nassau County Museum of Art. Der Garten zeigte sich bei Nieselregen allerdings nicht von der schönsten Seite und war jetzt im November auch nicht mit Nagelscherenperfektionismus herausgeputzt. Dennoch befanden sich hier einige schöne Kunstwerke.

Im Haus ist gerade eine Ausstellung mit Bildern von Norman Rockwell. Er hat seit Ende des ersten Weltkriegs bis in die 60er hinein Cover für die Zeitung Saturday Evening Post erstellt. Das bemerkenswerte dabei ist, dass er jeweils ein großes Ölgemälde erstellt hat, wovon dann letzten Endes eine Kopie die Zeitung zierte. Es war eine sehr interessante Ausstellung mit Zeitreise durch das 20. Jahrhundert. Ihr könnt einfach mal nach ihm googlen und werdet unter den Bilderergebnissen einige seiner Werke finden. Allerdings natürlich nicht in der Qualität wie die Ölgemälde, die ich gesehen habe.

Abends gab es Paranormal Activity im Kino zu sehen. Der Trailer des Films hatte allerdings ein bisschen Geschmack auf mehr gemacht, als der Film letzten Endes hergab. Dennoch baute er ganz gut die Spannung über 90min auf um sie dann in 10 Sekunden zu entladen.

Über Nacht hatten wir noch Besuch. Im SDW-Netzwerk hatte ein Student, der gerade in Cambridge ist, nach einer Übernachtungsmöglichkeit bei NYC gefragt und ist bei uns untergekommen. Vielleicht ergibt sich für unsere Bostontour bei ihm eine Schlafgelegenheit...
Gemeinsam sind wir dann am Sonntag morgen nach Manhattan gefahren. Unsere Wege trennten sich jedoch bald nach einem Kaffe bei Tim Hortens, da ich mir elektronisches Technikspielzeug zulegen musste und nun meine Fotoausrüstung um einen kräftigen Blitz erweitert habe.
Anschließend ging es zum Guggenheim Museum. Hier wurde der Blitz natürlich gleich ausprobiert:


Wir haben uns allerdings nur die Architektur angeschaut und sind dann zum Metropolitan Museum of Art gegangen. Denn dort gibt es nur „Recommended prizes“. Anstatt dem Zehn-Dollar Studententarif haben wir zwei Dollar gezahlt. Wir hatten in unseren drei Stunden Aufenthalt ja auch nicht irgendwie annähernd die Chance das halbe Museum zu sehen (Raum betreten und weiter) geschweige denn sich einen viel kleineren Bruchteil richtig anzuschauen.


 
 

Anschließend haben wir noch die Cathedral Church of Saint John the Divine, die Culumbia University, den Riverside Park und das General Grant National Memorial mit einer Bekannten von Konrad als Guide besucht.


Nach dem Abendessen ging es in den 48. Stock des Marriott Marquis Hotels am Times Square in „The View - New York's only revolving rooftop restaurant” und dort haben wir uns in einer Stunde einmal um 360° drehen lassen.
Wegen der Bewegung, den zwei Glasschichten in unterschiedlichen Winkeln und der unglaublich guten Beleuchtung im Innenraum eignete sich dieser Platz auch trotz Polarisationsfilter nicht zum Fotografieren der nächtlichen Skyline. Schön anzugucken war sie aber alle mal!

Etwas erschreckend ist der Fakt, dass ich nur noch 19 Tage bis zum Ende des Praktikums in der Firma bin. Ich freue mich aber auch schon auf Skifahren bei Vancouver und die Anschließende Tour entlang der Westküste über Weihnachten und Neujahr, bevor dann in der zweiten Januarwoche die Uni in West Lafayette beginnt.

Viele Grüße in die Welt!

PS: Im Manhattan- und Long Island Album lassen sich neue Bilder finden!

11/10/2009

Clear sky over Washington, DC

Am vergangenen Wochenende war ich in Washington, DC. Wir hatten strahlend blauen Himmel und Sonnenschein!
Da unsere kostenlose Schlafgelegenheit im Dorm der George Washington University bei Konrads Kusine war, musste natürlich neben dem Sightseeing auch ein bisschen Uni-Leben her. Freitags waren wir in einem Club und haben uns anschließend auf der Straße beim Hot Dog Verkäufer mit (Ex-)Studenten unterhalten. Samstags waren wir nach unserem Abendessen in Georgetown und einem Crêpe als Dessert bei Crêpe-Away in einer Fraternity ein bisschen Beer Pong spielen.

Bereits Freitags abends hatten wir die sogenannte Mall, den etwas überdimensionierten Grünstreifen mit all den Memorials und Monuments, nach dem Abendessen durchlaufen. Sehr beeindruckend!
Am nächsten Morgen haben wir die etwas abgelegenen Woman In Military Service For America Memorial am Arlington National Cemetery und das Thomas Jefferson Memorial joggender Weise besucht. Deshalb gibt es natürlich keine Bilder... Beim White House kamen wir auch ein erstes mal vorbei (Wenngleich es Konrad gar nicht bemerkt hat beim Rennen ;-) )
Dann ging es später noch mal mit Photo in die Mall:




Da das White House natürlich auch noch abgelichtet werden musste, haben wir es noch abends besucht:


Nachdem wir uns Sonntags im Air & Space Museum umgeschaut haben, gab's auf dem Rückweg zum Auto auch noch das obligatorische Tageslichtbild des White Houses von der Gartenseite:


Und wie meistens: Mehr Bilder im Picasa-Album!