Wir waren im „Süden“: Atlantik City, NJ, das ist breitengradtechnisch vergleichbar mit Sardiniens Hauptstadt Cagliari.
Atlantic City, oder auch meistens kurz AC, ist in der Region für seine Casinos bekannt. Hier ist das Glückspiel erlaubt, es gibt einen großen Bordwalk, an dem die Casinos liegen, und Shoppingmöglichkeiten dürfen hier auch nicht fehlen, da es in New Jersey keine Steuern auf Textilien gibt.
Als wir mit dem Bus im Tropicana Casino ankamen, wurden Konrad und ich mit den von der Busagentur angepriesenen Casino Boni versorgt. Es gab einen 10$ Gutschein für das Buffet und eine „Tropicana Diamond Card“ mit einem Guthaben von 25$ für die slot machines. Dann warteten wir auf Laura am Motel, die mit dem Auto kam. Laura und Konrad checkten ein während ich mich bedeckt hielt und unser Domizil ablichtete:
Wir hatten ja nicht langweilig einfach so gebucht. Nein wir haben ein bisschen Abenteuer mitbestellt und dafür 60$ gespart. Wir planten zu dritt das „king size bed“ zu nutzen und damit nur einen Raum zu zahlen. Wenn wir also ins Motel gingen, dann taten wir das ein wenig zeitverzögert, um beim Typ am Check-In nicht aufzufallen, der beim einchecken erstmal darauf hingewiesen hatte, dass man keinen Besuch mitbringen dürfe.
Zunächst zogen wir dann aber los den Strand und Bordwalk zu erkunden. Entlang des hölzernen Weges werden einem vor allem Ramsch und ominöse Dienstleistungen angeboten. Es gibt Schmuck, billig Klamotten, Fresswaren, Souvenirs, psychic readings und nicht zu letzt die Männer, die einen in ihren Wägelchen den Weg entlang schieben wollen. Wir gingen so weit, dass dieser Rummel bereits aufhörte. Hier zeigte sich dann die Stadt von der schönsten Seite:
Ja dieses Haus war bewohnt! Ich glaube sogar mit deutlich mehr Menschen als es Fenster gibt.
Da wir bereits einige Zeit gelaufen waren gingen wir ins Taj Mahal Casino und beobachteten die Leute an den Spielautomaten und Tischen. Wir stellten auch fest, dass wir an den Tischspielen wegen Mindesteinsätzen von 10$, die zum Abend hin steigen sollten, lieber nicht teilnehmen werden. Es wäre auch ziemlich komisch mit einem Chip beim Roulette, Black Jack, Poker oder sonstigem Spiel einzusteigen.
Später gingen wir in die „The Pier Shops At Caesars“. Das war ein krasser Gegensatz zu den Gauklern auf dem Bordwalk, nämlich eine gut gepflegte Mall. Von einer Terrasse des Piers bot sich die Stadt dann doch noch recht fotogen.
Nach einer Umziehpause im Motel ging es dann ins Tropicana Casino. Mit Hemd und Stoffhose war man zwar schon overdressed, denn in so einem Casino findet man unglaublich viele „kaputte“ Leute. So zum Beispiel sehr viele alte Leute, die scheinbar das ausreichende Geld haben und nicht wissen was sie damit tun sollen. Dann gibt es Leute, bei denen man glaubt, dass sie bald von dannen gehen werden und jetzt noch mal ihr Glück versuchen. Und dann gibt es hier noch die junge Generation, die sich eher herausgeputzt hat und in größeren Gruppen irgendetwas zu feiern zu haben scheint. Und es gibt einfach noch so Leute die schon total der Spielsucht verfallen sind und an einem Lanyard die Karten aller Casinos der Stadt von Automat zu Automat schleppen oder einfach im Halbkoma vor einem Automaten vergammeln.
Wir frönten dann erst mal dem Buffet, das trotz Gutschein noch zehn Dollar kostete. Aber wir genossen auch die Ruhe und die Sitzgelegenheit im Essbereich, um uns einfach nur zu unterhalten.
Gut genährt zogen wir dann los, um die 50 Bonus-Dollar, die man sich nicht auszahlen lassen kann in möglichst viel auszahlbares Gewinngeld umzuwandeln. Die ersten zehn Dollar waren allerdings dann an Automaten mit zu hohem Mindesteinsatz schnell dahin. Als wir jedoch die slot machines mit einem Cent Einsatz gefunden haben, begannen wir Gewinn Coupons zwischen 2 Cent und 2,44 Dollar zu drucken. Wir sammelten uns einen ziemlich dicken Stapel zusammen, denn damit wir nicht unseren Gewinn verspielen konnten, druckten wir immer direkt den Coupon, sobald wir etwas gewonnen hatten.
Ein erster Test an der Auszahlstation hatte ergeben, dass ein eingegebener Coupon direkt ausgezahlt wird. Das wäre bei unseren Cent-Beträgen in einem Münzhaufen geendet. Wir beschlossen erst mal weiter Coupons zu sammeln und vielleicht später an einem Schalter alles in einen Betrag aufsummieren zu lassen.
Damit die Leute ihr gewonnenes Geld auch direkt wieder verspielen können, kann man das Guthaben auf den Automaten auch mit den Coupons aufstocken. Das war die Lösung unseres Münzproblems. Wir zahlten die Kleinbeträge ein, aber spielten dann nicht, sondern druckten uns am Ende einen finalen Gewinn. Nach gut vier Stunden und unglaublich viel Spaß mit Geld an dem wir ja nur gewinnen konnten, erhielten wir knappe dreißig Dollar und konnten uns zwei Pitcher Bier gönnen.
Auch nach drei Uhr saß noch der gleiche Typ an der Motelkasse. Aber er schöpfte offenbar keinen Verdacht als wir in zwei Schichten eintrudelten.
Ein „king size bed“ eignet sich übrigens problemlos für drei Personen. Wir empfehlen jedoch mehr als zwei Kissen, weil man sonst nicht die gesamte Liegefläche ausnutzt.
Nach dem auschecken aus dem Motel ging es zu den Outlet Shops der Stadt. Hier fanden wir ein Café das „breakfast crèpes“ verkaufte. Und dort vielen wir wieder als Europäer auf, weil wir nicht sofort nach dem letzten Bissen das Lokal verließen. Nein man kann auch den Kaffee noch genießen und sich unterhalten...
Nach einer Shoppingrunde gingen wir noch mal an der Pier und genossen das sonnige Wetter auf der Terrasse.
Es ist kaum zu glauben, dass es Ende November ist und nächstes Wochenende schon der erste Advent vor der Tür steht. Für nächstes Wochenende ist der Terminplan übrigens auch schon ausgereizt. Am Donnerstag ist Thanksgiving und wir werden die freien Tage in New Jersey und Pennsylvania verbringen... Davon gibt es dann sicher auch wieder viel zu erzählen.

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